Bogenschiessen

In unserem Club werden mit folgenden Bögen geschossen:

Sie lassen sich in nachfolgenden Grundkategorien einteilen.

 

Langbogen

Der Langbogen (engl. Longbow) ist der ursprünglichste Bogen. In seiner primitivsten p007_1_00Form besteht er  aus einem biegsamen Holz und einer Sehne. Ein wirklicher Langbogen ist etwa so lang wie sein Schütze groß ist. Gespannt gleicht seine Form dem Buchstaben “D“. Die ältesten Bogenfunde stammen aus dem Mesolithikum, zum Beispiel aus Holmegaard,  Dänemark. Langbögen gibt es als Holzbogen aus einem Stück, aus mehreren Holzarten oder auch mit auf- oder eingelegten Kunststoffmaterialien.
Weiter wird heute zwischen Langbögen englischer und amerikanischer Bauart  unterschieden, die englischen haben über die gesamte Länge D-förmigen Querschnitt meist mit einer Lederwicklung als Griff; die amerikanischen besitzen flache Wurfarme und einen auf die Hand geformten Griff Letztere werden auch Flachbögen genannt.

.

Recurve

Dieser Bogentyp stammt vermutlich aus Asien. Im ägyptischen Theben wurden
p011_1_00Exemplare diesen Typs gefunden, die wahrscheinlich assyrischer Herkunft waren und vermutlich aus einer Zeit von 1200 Jahren vor der Zeitenwende stammen.
Im Unterschied zum Langbogen sind beim Recurvebogen die Enden der Wurfarme so
stark nach vorn gebogen, dass die Sehne anliegt. Dadurch erhält der Bogen einen höheren Wirkungsgrad. Er kann weiter gespannt werden als ein europäischer Langbogen. Die anliegenden Sehnen dämpfen den Handschock nach dem Schuss. Er wird auch Reflexbogen genannt.
Der Recurve ist heute der typische Bogen beim olympischen Bogenschießen.
Als Kriegswaffe führte der Reflexbogen die Hunnen um 600 zu ihren Erfolgen in Europa. Ihre aus Holz, Knochen und Sehnen hergestellten Kompositbögen lösten sich im feuchten Klima West- und Mitteleuropas jedoch auf und trugen so dazu bei, sie zu stoppen.

.

Compound

Der Compoundbogen (engl. compound bow) wurde 1969 in den USA erfunden. Er
p011_1_02macht sich das Flaschenzugprinzip zunutze.
Dabei wird die Sehne über ein oder zwei Umlenkrollen an den Enden der Wurfarme
geführt. Durch diese besondere Konstruktion nimmt die für den Auszug der Sehne notwendige Kraft erst zu und dann wieder ab. Bei vollem Auszug muss der Schütze nur 20 bis 60 % des Zuggewichts aufwenden.
Die Pfeilgeschwindigkeit bei Compoundbögen kann mehr als 340 fps (feet per second) betragen, das entspricht etwa 103 m/sec oder 370 km/h.
Der Compoundschütze zieht die Sehne oftmals nicht mit den Fingern, sondern verwendet eine mechanische Ablasshilfe, ein so genanntes Release.
Compoundschützen verwenden spezielle Bogenvisiere, die keine Kimme haben. Dafür wird an der Sehne meist eine kleine Visierhilfe befestigt, die im Prinzip eine kleine Metallscheibe mit einem Stopfnadel großem Loch ist, durch die auf das Bogenvisier geschaut wird.
Oftmals werden an den Compoundbögen Stabilisatoren verwendet, die den Bogen besser ausbalancieren und beim Ablass des Pfeiles die Schwingungen des Bogens dämpfen.

.

Reiterbogen

Ein Reiterbogen ist ein meist als Recurve ausgeführter kurzer Bogen, der vom
p011_1_03Pferderücken aus geschossen werden kann.